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Eishockey Allgemein

Das Hogwarts des Eishockeysports



Faribault in Minnesota ist ein kleines, verträumtes Städtchen circa 80 km südlich der Twin Cities. Seinen Namen erhielt es vom Pelzhändler Alexander Faribault, der die Stadt 1852 gründete. Sechs Jahre später öffnete die Schule Shattuck-Saint Mary’s seine Pforten. Die längste Zeit diente das wunderbare Areal unter anderem als Militärakademie, bis Anfang der 90er Jahre Craig Norwich das heutige Schulmodell mit dem „Centre of Excellence“ ins Leben rief. Seit Gründung des Eishockeyprogramms gewann die Schule nicht weniger als 18 US Meisterschaften, die Schülerlisten der Jahre lesen sich wie ein Who-is-Who des Eishockeysports.

Das Eishockeyprogramm der Schule besteht aktuell aus vier männlichen U18 Teams , zwei männlichen U14 Mannschaften und zwei Mädchenteams. Neben Eishockey gibt es noch Sportprogramme für Basketball, Baseball, Fechten, Golf, Lacrosse, Fussball, Tennis und Ultimate Frisbee. Auf dem Gelände befinden sich neben den akademischen Gebäuden zwei vollwertige Eishallen, eine Eishalle mit kleinen Trainingseisflächen, ein 18-Loch Golfplatz, eine Laufbahn, ein Naturrasen-Fussballplatz, eine Sporthalle mit einem Kunstrasen-Fussballfeld, sechs Tennisplätze, zwei Turnhallen, ein Fitnesscenter, sowie umfangreiche Trainings- und Rehabeinrichtungen.

Shattuck-St. Mary’s

Die Möglichkeiten, die man als Schüler von Shattuck-Saint Mary’s geboten bekommt, haben natürlich auch ihren Preis – ein Schuljahr schlägt mit ungefähr $50.000,- zu Buche. Das entsprechende Talent vorausgesetzt, ist eine Karriere als Eishockeyprofi dafür nicht unwahrscheinlich, wie die Auflistung der NHL Draftpicks ehemaliger Schüler beeindruckend dokumentiert – eine kleine Auswahl gefällig? Sidney CrosbyJonathan ToewsZach PariséNathan MacKinnonDrew StaffordKyle OkposoErik HaulaJack JohnsonDerek StepanJamie McBain und Patrick Eaves, um nur einige zu nennen, absolvierten zumindest einen Teil ihrer Hockeyausbildung in Süd-Minnesota. Ryan Duncan vom aktuellen österreichischen Meister verbrachte auch eine Saison in Faribault.

Bei so viel Erfolg stellt sich natürlich die Frage, auf welchen Pfeilern das Programm aufgebaut ist.

Alle Mannschaften absolvieren eine 7-monatige Saison mit 50 bis 75 Spielen, reisen zu Turnieren vorwiegend in den USA und Kanada, aber auch nach Europa. Die Schüler stehen mindestens fünf Tage die Woche auf dem Eis, Trainingseinheiten dauern überwiegend 75 Minuten und finden von Montag bis Freitag statt. Daneben haben Schüler auch noch die Gelegenheit, in ihrer Freizeit ihr Hockeyrepertoire zu erweitern. Durch professionelles Kondition- und Krafttraining, Trainingspläne werden auch individuell erstellt, geht man sicher, dass alle Spieler körperlich in optimaler Verfassung sind. In jedem Spiel stehen den Mannschaften zwei Profitrainer zur Seite, zudem können alle Mannschaften nicht nur auf hervorragende Trainingseinrichtungen sondern auch auf erstklassige medizinische Betreuung zugreifen. Der Trainerstab besteht zum Teil aus Coaches, die über Jahre im Hockeyprogramm der Schule gearbeitet haben – Tom Ward, der Chef des Programms, ist seit 1999 in unterschiedlichen Funktionen dabei – und/oder über eine beeindruckende Menge an Eishockeyerfahrung verfügen.

Neben der sportlichen Entwicklung wird auch sichergestellt, dass Absolventen der Schule eine gute akademische Ausbildung erhalten. Das Schulprogramm für Biowissenschaften und Bautechnik geniesst ebenfalls nationalen Ruf.

Wie kommt man, abgesehen vom Aufbringen des nötigen Kleingelds, in den Genuss des Eishockeyprogramms? Das Ausfüllen des notwendigen Formulars dürfte das kleinere Problem darstellen. Das Trainerteam entscheidet dann, wer eine Einladung zu einem der Sichtungstage an der Schule erhält. An solchen Tagen bekommen Kandidaten nicht nur eine Campustour, sondern werden auch betreffend ihrer akademischen und sportlichen Ziele interviewt. natürlich müssen mögliche zukünftige Schüler auch auf dem Eis zeigen, was sie können. Wenig überraschend ist die Warteliste des Eishockeyprogramms lang.