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BodyOfficer 002: IIHF Injury Reporting System



Teil 1 der 6-teiligen Serie zu Verletzungen und Verletzungsursachen im Eishockey.

Heute und in den kommenden 6 Wochen werde ich hier am Blog die gängigsten Verletzungen und Verletzungsursachen im Eishockeysport aufarbeiten. Um einen guten Überblick über das Thema zu erhalten, möchte ich heute mit einer Auswertung der Daten starten, die die IIHF im Rahmen ihres Injury Reporting Systems zur Verfügung stellt.

Das IIHF Injury Reporting System (IRS) kommt seit der Saison 98/99 zum Einsatz. Es gibt Auskunft über sämtliche Verletzungen, die sich während der internationalen Turniere ereignen. Auch die kausalen Faktoren und Umstände, die zu einer Verletzung geführt haben, werden hier dokumentiert. Damit bietet das IRS die optimale Ausgangsbasis für einen Analyse der Verletzungen im Eishockeysport. Die von mir erarbeiteten Daten stammen aus dem Bericht von 2010. Für die IIHF liegt eine meldepflichtige Verletzung vor, wenn einer der nachfolgenden Punkte zutrifft:

  1. Ein Spieler kann am Rest des Spieles oder an den Aktivitäten des nächsten Tages nicht teilnehmen.
  2. Ein Spieler erleidet eine Riss- oder Schnittwunde im Gesicht.
  3. Ein Spieler erleidet eine Zahnverletzung.
  4. Ein Spieler erleidet eine Gehirnerschütterung.
  5. Ein Spieler erleidet einen Knochenbruch.

 

Die höchste Verletzungsrate gab es bei der U20 WM der Herren, die niedrigste beim olympischen Turnier der Herren.

Die Anzahl der Gehirnerschütterungen war zwischen 2007 und 2009 mit 11 bis 15 pro Jahr relativ konstant, 2010 explodierte der Wert auf 21. Allein 7 Gehirnerschütterungen ereigneten sich bei der WM der Herren. Die Anzahl der Gehirnerschütterungen steigt stetig und in allen Alters- und Leistungsklassen. Die IIHF fordert daher, Checks gegen den Kopf noch konsequenter zu bestrafen. Im Vergleich dazu liegt der Wert der Luxationen seit 2007 konstant in einem Bereich zwischen 8 und 10.

Interessantes Detail: Nur bei 18,5% der aufgetretenen Verletzungen wurde eine Strafe ausgesprochen. Besonders häufig ungeahndet blieben Stockschläge gegen die Hände bzw. Finger des Gegners. Häufiger bestraft wurden hingegen Checks gegen den Kopf mit Verletzungsfolge (42,9 % aller Fälle) und Checks von hinten mit Verletzungsfolge (54,5 % aller Fälle).

Nächste Woche werde ich dann an dieser Stelle die häufigsten Verletzungsursachen genauer analysieren.

Bis nächste Woche,

Chris Drobny

Die weiteren Artikel dieser Serie:
BodyOfficer 003: Verletzungsursachen im Eishockey

BodyOfficer 004: Gehirnerschütterung
BodyOfficer 005: Schulterverletzungen
BodyOfficer 006: Knieverletzungen


 
Christian Drobny ist der BodyOfficer.

Der gelernte Physiotherapeut…