BodyOfficer 014: Eine Gehirnerschütterung ist keine Kleinigkeit
Das Thema Verletzungen ist für viele Fans und Beobachter des Eishockeysports nur schwer zu fassen und nachzuvollziehen. Noch schwieriger wird es, wenn der betroffene Spieler äußerlich unversehrt scheint. Keine blutende Wunde, keine gebrochenen Gliedmaßen, nicht einmal ein ausgeschlagener Zahn – dann kann es doch nicht so schlimm sein. Doch, denn die Gehirnerschütterung ist eine der verheerendsten Verletzungen, die ein Profisportler erleiden kann. Was aus medizinischer Sicht bei einer Gehirnerschütterung passiert, habe ich bereits in Artikel 004 ausführlich beschrieben. Heute möchte ich mit Nachdruck auf die Spätfolgen von Gehirnerschütterungen hinweisen und kurz skizzieren, was in anderen Ligen bereits gegen Gehirnerschütterungen unternommen wird. Die Gehirnerschütterung ist eine Verletzung, die nie zu hundert Prozent ausheilen kann. Jede Gehirnerschütterung hinterlässt ihre Spuren in Form von Narben und Veränderungen der Hirnmasse. Je mehr Gehirnerschütterungen ein Athlet erleidet, desto dramatischer können die Spätfolgen sein. Die Liste der beobachteten Folgeerscheinungen der großen NHL-Gehirnerschütterungsstudie (1997 – 2004) ist voll mit Beeinträchtigungen, die niemand freiwillig haben möchte: Schmerzen, Übelkeit, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Tinnitus, Hörverlust, Gleichgewichtsstörungen, Verwirrung, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen und viele andere mehr. Chronische Traumatische Encephalopathie (CTE) ist der Begriff, unter dem die Spätfolgen aufgrund von mehrfachen Gehirnerschütterungen zusammengefasst werden. Die Boston School of Medicine untersucht seit einiger Zeit Gehirne von...